Dieses ist keine Werbung (denn die müsste ich bezahlen!),
sondern... ja was eigentlich...? Eine Geschichte eben, die ich ganz gerne
erzählen möchte:
Zwei Herren spielen Schach in einem Leipziger Cafe. Es entspinnt sich folgender
Dialog:
"Wie gommd denn der schwarze Durm dahin?" "Na, der schdehd
doch da schon lange." "Den hadde ich doch schon weggeschlaachn,
mit meinem a-Bauern." "Nu will ich dir mal was erzählen, du
bisd ein Schwindler:" "Und du bisd ein ganz gemeiner Bedrücher,
du schbielsd undeligad. Du bisd üwrhaubd immer so blumb, du hast ja
gar geine anschdändje Dackdick! Deine drekkichen Dricks hawe ich schon
lange enddeggd, du Rübenschwein." Damit wirft der Spieler das Schachbrett
um, dass alle Figuren durcheinanderrollen. Er zischt noch einmal: "Vrdammdr
Schwindelmeier", dann fängt er an, die Figuren wieder aufzustellen
und sagt: "Na, wozu sind wir denn eichendlich hier? Zum Blaudrn oder
zum Schachschbieln?" Und dann fangen sie eine neue Partie an.
Ganz so arg geht es bei uns nicht zu, aber gelangweilt hat sich auch noch
niemand! Die Rede ist vom regelmäßigen Schachabend (Freitag 19
Uhr) im "Goldenen Engel". Hier ist jeder gern gesehen, der das
Wort "Schach" zumindest schon einmal gehört hat; den Rest
kann er bei uns lernen. Aber auch wir lernen gerne etwas dazu! Auf gut Deutsch:
vom Anfänger aufwärts ist jeder willkommen, und da wir nun einmal
für die Gleichberechtigung (auch im Schach) sind, kom-men hoffentlich
recht viele Mädchen zwischen 6 und 66 Jahren (auch älter). Das
gleiche gilt übrigens auch für die Knaben gleichen Alters. Es gab
in Arnstein früher einmal einen Schachklub, der leider nicht mehr existiert;
das wollen wir in Zukunft ändern!
Es grüßt ein Untertan "CAISSA"'s.
(Werntal-Zeitung vom 16. März 1979)